Einen Schäfer für die Stadtgrünflächen fest anstellen

ID: 471
Erstellt von Jan am 17.01.2019 um 01:37 Uhr
Umwelt und Natur

Die Stadt sollte sich einen Schäfer leisten, der die urbanen Grünflächen - z.B. am Hirzberg, Flugplatz, etc. - professionell, unter Prämisse des Naturschutzes beweidet. Aktuell werden die Flächen oftmals "gepflegt", indem Aufträge an nicht-städtische Unternehmer vergeben werden. Diese arbeiten die Flächen hoch-intensiv ab. Mit Naturschutz hat das nichts zu tun: Es muss bei den Unternehmern v.a. schnell gehen und danach möglichst klinisch sauber sein. In vielen Fällen wird gemulcht (sprich gehäckselt). Dies entspricht einem "faunistischen Kahlschlag" - heißt: diese Maschinentechnik überlebt kein Insekt und auch sonst nichts, was irgendwie mehr als 2 Beine hat. Ein Schäfer würde diese Unternehmensarbeit ersetzen.
Das Geld, das man heute für Unternehmen, die diese Form der "Pflege" ausführen, ausgibt, liegt sicher weit über dem, was die Umsetzung des Vorschlages kosten würde. Der Schäfer ersetzt also die heutige Praxis der Aufgabenvergabe an Unternehmen, indem er deren Arbeit übernimmt - allerdings mit vierbeinigen Rasenmähern. Die Beweidung würde eine erhebliche Aufwertung für die Biodiversität bedeuten und der Stadt neue Handlungsoptionen eröffnen.
Gleichzeitig wäre ein Schäfer mit seinen Schafen eine echte Attraktion für Stadtkinder und im Aufgabenprofil dieses Schäfers wäre auch gelegentlich Schulbildung anzusiedeln. Die Stadt gewinnt mit einem Schäfer nicht zuletzt auch ein Stück Kulturgut zurück und hilft gleichzeitig einem aussterbenden Berufsfeld. Der Schäfer ist fair zu bezahlen, Personalkosten in Höhe von 35.000 Euro nebst Tierkosten sind sicher schon weit über dem Branchenschnitt, aber immer noch weit unter dem, was heute an die Unternehmen ausbezahlt wird.
Diese Maßnahme ist nicht nur ein Gewinn für die Biodiversität, das Stadtbild, die Umweltpädagogik - sie bietet also gar noch Sparpotentiale! Sie sollte daher unbedingt umgesetzt werden! In anderen Städten gibt es schon vergleichbare Initiativen - noch hat das aber keiner von A bis Z umgesetzt! Da könnte Freiburg doch Freiburg tatsächlich mal Vorreiter sein! Grünflächen, die etwas mehr Biodiversitätsschutz benötigen, gäbe es hier jedenfalls in Hülle und Fülle und Schäfer, die diese Arbeit liebend gerne übernehmen würden ebenso.
Schafe für die Stadt!

Kommentare (16)

robinhood

ID: 2.827 26.01.2019 12:37

Mehr Schafe, als Rindviecher!

Johanna

ID: 2.809 26.01.2019 10:13

GIGANTISCH

Joha

ID: 2.457 24.01.2019 09:18

Eine zauberhafte Idee. Die Schur und weitere Verarbeitung der Wolle könnte evtl. auch in die pädagogischen Aktionen am Mundenhof integriert werden bzw. der von vornherein der Stadtschäfer organisatorisch dort eingebunden werden.

Hellga

ID: 2.333 23.01.2019 16:23

Super Idee

Angelika

ID: 2.257 23.01.2019 09:16

Großartige Idee !!! Wenn die Gemeinderäte mal den Mut hätten, so etwas Großartiges obwohl eher Ungewöhnliches zu befürworten, dann würde ich sie auch wählen :-)

Biodiversität

ID: 1.833 20.01.2019 22:10

Ein Stadtschäfer könnte selbstverständlich auch die Böschungspflege am Tuniberg übernehmen!

Andrena

ID: 1.760 20.01.2019 11:15

Ja!
Beweidung fördert außerdem, im Gegensatz zur oft gängigen Mäh- und Mulchpraxis, die von der Stadt gewünschte Zunahme der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.

Man könnte auch mal zwei entsprechende Flächen über längere Zeit (z.B. mehrere Jahre) miteinander vergleichen, wie sich dort die Artenzahl verändert:

a) auf einer regelmäßig gemähten Wiese, und

b) auf einer Wiese, die mit Schafen beweidet wird.

Solche Wiesen gibt es übrigens schon in Freiburg, z.B.

a) die Wiesenflächen um den Seepark, oder alternativ im Dietenbachpark,

b) die schafbeweideten Wiesen im dem ca. zwei Hektar(*) große Gewann "Obergrün" zwischen Anne-Frank-Schule und Gaskugel im Stadtteil Betzenhausen.

Info zur Größe des Geländes:
(*) BZ-Artikel aus 2012

Antonia

ID: 1.726 19.01.2019 21:03

Super Idee, absolut überzeugend!
Das wäre doch ausnahmsweise mal ein äußerst fortschrittlicher Rückschritt.
Außerdem dürfte die damit zusammenhängende Demotorisierung dieses Arbeitsbereichs der "Green City" ja sicherlich mehr als willkommen sein... oder?!

ypnos

ID: 1.673 19.01.2019 15:26

Sehr guter Vorschlag! Übrigens, es gibt bereits eine Schafherde die das Gelände um den Flugplatz herum beweidet. Diese war jedenfalls 2018 längere Zeit auf diesem Gebiet zu Gast.

Das lässt sich noch weiter ausbauen!

Biodiversität

ID: 1.702 19.01.2019 18:32

Dies ist eine (Wander-)Schäferei aus Kappel. Es ist ein regulärer, landwirtschaftlicher Betrieb (ein sehr lobenswerter, wie ich finde), der diese Fläche (bis zum Stadionbau) im Auftrag der Stadt 1mal im Jahr beweidet hat. Mit einem Stadtschäfer ist das aber nicht gleichzusetzen. Ein Stadtschäfer hat die oberste Prämisse Biodiversitätsschutz. Daher kommt er mit seinen Tieren dann, wenn es für die Flora und Fauna optimal ist (der Zeitpunkt entscheidet im Artenschutz) und er geht auch dann, wenn es für den Artenschutz am besten ist. Ein regulärer Landwirt wie der Schäfer aus Kappel ist realen betrieblichen Zwängen und der EU-Agrarsubventionslogik unterworfen. Um über die Runden zu kommen, muss er vor allem viel Fläche bewirtschaften, denn die EU zahlt pro Hektar. Biodiversität ist da erst mal sekundär (wichtig: Der Schäfer kann da nichts für, unsere Gesellschaft will halt Billig-Lammfleisch aus Neuseeland, das ist das Problem).
Kleine Flächen sind für die reguläre Schäferei völlig uninteressant, zumal viele städtische Flächen ohnehin keine subventionsfähigen Flächen sind. Auf diese würde eine reguläre Schäferei so oder so nicht gehen - selbst wenn sie einen vergüteten Auftrag der Stadt bekommt (den sie nicht bekommt). Ein Stadtschäfer hat wesentlich weniger Tiere, er nutzt bedrohte Nutztierrassen, weil für ihn der Fleischertrag sekundär ist, er ist flexibel, er ist nicht von den Agrarsubventionen abhängig, weil die Stadt ihn vergütet und natürlich ist für ihn auch Schulbildung und Umweltpädagogik möglich. Er setzt seine Schafe prioritär ein, um die Biodiversität zu steigern.
Die reguläre Schäferei ist ganz wichtig. Sie hat aber nicht viel mit der Idee eines Stadtschäfers zu tun - wie dargestellt. Es gilt also, was Sie gesehen haben, nicht auszubauen (sondern fortzuführen), sondern ein alternatives System einer Stadtschäferei zu implementieren! Stadtschäfer und reguläre Schäfer stehen auch nicht in Konkurrenz, gerade weil für beide sehr unterschiedliche Flächen in Frage kommen und beide verschiedene Betriebskonzepte haben. Übrigens: Die in Zukunft eher sehr kleinen Flächen am Flugplatz dürften für den regulären Schäfer sehr uninteressant sein - wer pflegt sie dann???

Helmut

ID: 1.614 18.01.2019 22:30

Super Vorschlag, die fressen sogar GRÜNES

Biodiversität

ID: 1.706 19.01.2019 18:41

Lieber Helmut, ich kann Ihnen garantieren, dass selbst braune Schafe unpolitisch sind!