Blended learning, Webinare und digitale Konferenzzentren

ID: 224
Erstellt von Moderation digital.freiburg am 29.10.2018 um 14:36 Uhr
Bildung, Wissenschaft, Kultur

Blended learning ist ein Lernmodell, in dem computergestütztes Lernen (z. B. über das Internet) und klassischer Unterricht kombiniert werden.
Webinare sind Seminare, die über das Internet gehalten werden.
[Aus dem Workshop der Bildungsträger]

Löst Ihr Vorschlag bestehende Probleme? Wer hat etwas von Ihrem Vorschlag?

Es können mehr „Schüler“ gleichzeitig unterrichtet werden. Neue Bevölkerungsgruppen werden erreicht. Ortsungebundenheit.

Kommentare (7)

Basta

ID: 246 28.11.2018 14:25

Flipped classroom als eine Möglichkeit, im eigenen Tempo Orts- und zeitunabhängig lernen zu können fördert u.a. die 21st Century skills, die da heißen: Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und kritisches Denken (4Ks). Das Ganze angereichert mit Wissen und Charakterbildung führt dazu, den möglichen zukünftigen Herausforderungen zu begegnen: lebenslanges Lernen. Das findet heute schon (leider noch zu oft) außerhalb der Schulen statt. Hier muss sich in Zukunft viel an Lernkultur und an der Architektur der Lernräume (der Raum als 3. Pädagoge) viel ändern ...

Eine Herausforderung für Land und Kommunen und für uns alle.

Clemens

ID: 249 28.11.2018 16:11

Da ist die Welt wahrscheinlich mehrheitlich einer anderen Meinung! Der Erwerb von Wissen wird zunehmend außerhalb von Schulen und global stattfinden. Das autonome Lernen auf Plattformen bzw. in digitalen Räumen wird die Schule als alleinige Institution deutlicher ergänzen und stärker in den Vordergrund treten als bisher. KI als digitaler Lehrer ist keine Utopie mehr.
Wer hat den diese "Skills" festgelegt.

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Mero

ID: 8 06.11.2018 21:13

"Mehr Schüler gleichzeitig unterrichten" ist m.E. nicht der wesentlichste Nutzen moderner virtueller Lernumgebungen. Es ist höchstens der, der sich am besten verkaufen läßt ;-)

Kostenlose Angebote für Online-Kurse gibt es ja schon reichlich im Netz, doch nur die wenigsten wissen heute damit effektiv umzugehen. Das größte Problem ist, dass man online oft alleine ist, wenn man eigentlich Tipps und Anregung bräuchte. Statt gemeinsamem Lernen findet online häufig nur Ablenkung statt, die nirgendwo hin führt, weil sie nicht führt.

Ich finde darum alle Orte toll, wo sich Lernwillige (und wer ist das nicht?) treffen und darüber austauschen können, was sie grad antreibt und was sie dazu im Netz schon selbst rausgefunden haben.

Ob so ein Ort in einem Raum einer Schule oder Uni liegt oder in einem echten "virtual classroom" in der cloud, das ist eigentlich egal. Der virtuelle Begegnungsraum ist halt 24/7 geöffnet für Verabredungen ohne dass man sich groß bewegen muss. Dafür muss man an einem Ort mit freiem Zugang zum Netz sein. Schule ist oft kein solcher Ort...

Einfache Klassenchats, Video-Hangouts oder die großen "sozialen" Bilder-Poststationen eignen sich eher weniger als Raum zum gemeinsamen Lernen, weil man dort in seiner Mitteilung eher beschränkt rüber kommt und das, was man selbst im Netz gesammelt hat, eben nicht nur im vertrauten Kreis der Lernwilligen vertraulich mitgeteilt wird, sondern allzu oft auch in den verwertbaren Besitz des Plattformbetreibers übergeht.

Für mich entscheidend ist bei diesem Vorschlag aber nicht die Art der verwendeten Technik, sondern die Art, wie sie wann und wofür benutzt wird.

Eine eher fantasielose Variante vom Blended Learning will den "klassischen Unterricht" einfach weiter laufen lassen wie bisher - mit Online-Lernen als zusätzliches Anhängsel. Computer & Tablets im Klassenzimmer sind dabei nur die Unterstützung des klassischen Unterrichts mit ner neuen Art von Buch, das sich zuhause auch in ein digitales Klassenheft zum Aufschreiben von Hausaufgaben verwandelt. Einen echten Mehrwert (kostet ja auch mehr als Buch und Heft) kriegt es höchstens dadurch, dass man es zum gemeinsamen(!) Lernen, also als Kommunikation und Interaktionsgerät benutzen könnte. Doch wird das Klassenzimmer hier weiterhin als der einzig wirklich wichtige Ort des gemeinsamen Lernens verstanden; das "online-Lernen" holt Infos aus dem Netz statt aus der Bibliothek. Agieren im Online-Raum wird weitgehend in das selbständige Einzellernen, in die Hausaufgaben verlagert.

Wer unter "Blended Learning" vor allem diese wenig (r)evolutionäre Form der digitalisierten Bildung versteht, sollte zur Kenntnis nehmen, dass der Begriff "Blended" nicht etwa das Beimischen von digitalisierten Onlinezeug zu bewährten traditionell klassischen Bildungsformaten meint. Vielmehr geht es hier um die vor 15 Jahren gewonnene Erkenntnis, dass "klassisches" e-Learning, das automatisch Wissen vermittelnde Lehr- und Lernprogramm als einziges Lernsubjekt (Lehrer-Ersatz) nicht funktioniert, weil Menschen ein Mindestmaß an Gemeinschaft und Interaktion brauchen - und hin und wieder einen Lernprozessbegleiter, der sich mit Lernbiologie etwas aus kennt.

Der Begriff "Blended Learning" meint daher die wohlabgewogene Beimischung von Gemeinschaftsevents zum individuellen selbst-gesteuerten Online-lernen im Netz. Diese Beimischung von face-to-face Interaktion erfolgte früher vor allem durch Präsenzveranstaltungen, bei denen man sich physisch versammelt - z.B. im klassischen Schulunterricht.

Beim Blended Learning ist also vor allem die Frage nach der Mischung zu stellen, wieviel gemeinsam veranstaltete Aktivitäten der Lernstoff braucht, um sich zu erschließen.

So ist in virtuellen Lernumgebungen auch eine innovativere Form des Blended Learning unmsetzbar, bei der die traditionelle Reihenfolge "Erst Unterricht, anschließend Hausaufgaben" vertauscht ist.

Erst lernt man von zuhause aus online die Fakten und übt aus einem Pool von Aufgaben, in etwa zeitgleich mit all den anderen da draußen, die grad das gleiche Thema haben (nicht nur die "eigene" Klasse)

Wichtig ist dabei, dass man dies auch zusammen tun kann, wenn man Gemeinschaft zum Lernen braucht (manchmal braucht man zum Lernen ja auch Ruhe). Das hierfür notwendige ortsunabhängige Beisammensein, die "Hausaufgaben-Gemeinschaft" wird durch digitale Räume und virtuelle Lernumgebungen möglich.

Die kostbare Zeit der verbindlichen zeitgleichen Anwesenheit im Klassenzimmer mit Lehrkraft geht dann nicht mehr für die Präsentation von Fakten drauf, die für die einen zu schnell und den anderen zu langweilig abläuft. Diese Zeit dient voll allen Nachfragen von allgemeinem Interesse und dem Austausch von Erkenntnissen, die aus der Eigenaktivität zuvor entstanden sind und die es wert sind, mit allen geteilt zu werden.

Mehr zu dieser fortschrittlichen Form des Blended Learnings findest Du beim Suchen nach "flipped classroom"

Ich hoffe, dass aus diesem Kommentar auch klar wird, warum ich den Nutzen von virtuellen Lernumgebungen eher in der gesteigerten Qualität der Lernerfolge jedes einzelnen Lernwilligen sehe als darin, dass man so "mehr Schüler gleichzeitig" unterrichten könnte. Die Idee, dass Lernwillige genausogut oder besser ganz alleine vor ihrem Gerät lernen können - nur durch Unterstützung einer Herde von Online-Algorithmen (Suchmaschinen, Chatbots, etc,), diese Idee ist seit 15 Jahren abgehakt.

Wir sind gesellige Wesen und das digital leicht umsetzbare programmierte Lernen (die sog. kybernetische Didaktik) finden heute nur noch diejenigen toll, die gern Lehrerstellen einsparen wollen und das Geld lieber an Verlage und Software-Produzenten verfüttern.

Ich unterstütze diesen Vorschlag dahingehend, dass ein kommunaler Begegnungsraum, eine virtuelle Lernumgebung für Live-Interaktion geschaffen wird, wo sich Lernwillige jeglichen Alters treffen können. Dies soll eine kommunal getragene Infrastruktur sein, die für alle offen und kostenlos nutzbar sein soll.

Barbara

ID: 3 06.11.2018 10:12

Sollte für Jede/n offen sein - unabhängig von Alter und sozialem Status, kostenlos ( für Arme wenigstens)

Silke

ID: 45 08.11.2018 12:35

Die Stadtbibliothek bietet einen solchen Raum - mit Internetzugängen für alle - und in gewissem Umfang auch schon mit einem Sprachcafe und vor Ort nutzbaren Online-Sprachkursen.

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