Schulen: Fest angestelltes technisches Fachpersonal für Installation und Wartung

ID: 270
Erstellt von Ernst am 12.11.2018 um 21:19 Uhr
Bildung, Wissenschaft, Kultur

Um die Medienausstattung (Computer, Beamer, Dokukameras, Tablets, etc.) und das Netzwerk (Server, Images, Switches, WLAN, AP) schnell und fachgerecht warten/reparieren und den weiteren Ausbau fundiert planen zu können, benötigen die Schulen Fachpersonal, welche fest an den Schulen verankert sind.

Löst Ihr Vorschlag bestehende Probleme? Wer hat etwas von Ihrem Vorschlag?

Diese Arbeiten werden bislang von LehrerInnen übernommen! Dies schränkt die eigentliche Lehrtätigkeit zeitlich ein (LehrerInnen sollten für SchülerInnen da sein) und ist eine zusätzliche, über die eigentliche Lehrtätigkeit hinausgehende Arbeitsbelastung (Reparatur, Wartung, Planung, Angebote einholen/vergleichen, Ausschreibungen, etc.). Jedes privatwirtschaftliche Unternehmen vergleichbarer technischer Ausstattung hat eine IT-Abteilung. In den Schulen machen das LehrerInnen! Ein Unding!

Kommentare (13)

Chris

ID: 162 23.11.2018 20:39

Wenn man die aktuelle politische Diskussion über Digitalisierung an Schulen betrachtet, so muss an dieser Stelle sehr positiv angemerkt werden, dass Freiburg hier bereits eine großen Schritt weiter ist als offensichtlich die deutsche Durchschnittsschule. Denn die Anschaffung von Hardware ist über Jahre konsequent und nachhaltig gefördert worden mit ausreichend großen Investitionen! Auch das aktuelle Bemühen um Medienentwicklungspläne zeigt ein großes konstruktives Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung des Bildungsstandortes Freiburg im Bereich Digitalisierung.
Nur muss nun wie in den vorherigen Beiträgen beschreiben und begründet auch der zweite Schritt dringend erfolgend durch Lösungen (vor allem der Wartung), um den sinnvollen Einsatz nachhaltig zu gewährleisten. Denn nur im störungsfreien Betrieb und mit Lehrkräften, die ihre Zeit in pädagogische Konzepte der digitalen Bildung investieren können (hier liegt ihre Professionalität und ihr Auftrag) statt in Wartung und Reparaturen zeitlich unter zu gehen, werden diese hohen Investitionen nicht zu einem Berg von kaum genutztem Elektroschrott verkommen, sondern Früchte tragen.

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Mero

ID: 324 04.12.2018 13:02

Lieber Chris, ich frag mal als Dummie in Sachen staatlichen Schulnetzhändling:
Baden Württemberg war doch mal ein weithin beachtetes Musterländle mit seiner sogenannten Musterlösung PaedML(tm)
https://de.wikipedia.org/wiki/PaedML
die zentral von Institutionen des Landes gewartet werden sollte. Das Prinzip hatte ich so verstanden:

Wenn eine Schule nicht irgendwas beschafft, sondern sich bei der Beschaffung exakt an die passende ML hält, kriegt die Schule kostenlos zentrale landesfinanzierte Wartung und maßgeschneiderte Lernmodule zum Selbststudium, Webinare etc.
Das klang für mich damals wie eine Super Lösung, weil man sich auch bei der Frage, was zu beschaffen ist, auf eine zentrale Beratung stützen kann, die die Praxis des Schulbetriebs hauptamtlich analysiert und das Muster fort schreibt

Was ist da schief gelaufen ?

Ich hab gesehen, dass sich zwischenzeitlich auch eine Art Selbsthilfegruppe gegründet hat, die eine eigenständige Linux-Musterlösung als OpenML unabhängig weiter entwickelt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Linux-Musterl%C3%B6sung#Linuxmuster.net

Wäre das eine Empfehlung an die Freiburger Schulen wert, quasi eine eigene kommunale Schul-Linux Strategie ?

Aus meiner Sicht von der beruflichen Erwachsenenbildung aus macht es jedenfalls sehr viel Sinn, IT-Supportkosten und Fortbildungsaufwände zu minimieren durch Standardlösungen. Wenn jeder Beschaffungsbeauftragte ein eigenes Süppchen kocht, ist die langfristige Betreuung von Technik und Bedienungsskills eigen und teurer zu finanzieren.

Chris

ID: 161 23.11.2018 19:42

Bedauerlicher Weise ist immer wieder zu erleben, dass teils aggressiv vorgetragene Forderungskataloge gegenüber Lehrern sehr häufig mit großem Unwissen über die wirklichen Sachverhalte einhergehen.
Zunächst hat ein druchschnittliches Gymnasium etwa 100 Bedienstete, nicht 50. Daneben ist dem Autor offensichtlich entgangen, dass es zusätzlich etwa 800 Schülerinnen und Schüler gibt, die die medientechnischen Geräte tatsächlich täglich nutzen. So ergibt sich gewöhnlich eine Ausstattung von allein etwa 350 Rechnern (von PCs, über Laptops, Tablets., Smartphones bis hin zu Präsentationssystemen wir z.B. Whiteboards), ganz zu schweigen von Mischpulten, Multimediageräten, Audiorecordingsystemen, Videorecordingsystemen, wie sie bereits in der 5. Klasse im Fach Basiskurs Medienbildung gefordert werden. All diese Systeme sind an einem durchschnittlichen Gymnasium vernetzt in zwei voneinander getrennten Netzwerken, an denen also etwa Tausend Nutzer regelmäßig arbeiten mit ganz unterschiedlichen Nutzerprofilen und Berechtigungen bis hin zu diversen Internetauftritten. Hinzu kommt eine Programm- und Betriebssystemvielfalt, wie sie wohl nur in wenigen betrieblichen Netzwerken anzutreffen ist.
Wer diese außerordentlich komplexen Anforderungen mit dem Einrichten eines heimischen Routers vergleicht hat offensichtlich wenig bis keine Kenntnis über die Materie oder ganz andere Motivationen, die wirkliche Situation derartig verzerrt darzustellen.
Auch die Polemik zum „mäßigen digitalen Bildungsniveau des Lehrkörpers“ zeigt, dass hier wohl eher persönliche Negativerfahrungen aus eigener Schulzeit emotional abgearbeitet werden, als nach sinnvollen Lösungen gesucht werden will.
Zum Glück gibt es bis heute unzählige Lehrerinnen und Lehrer, die täglich neben ihrem immer schwieriger werdenden pädagogischen Job Beamer austauschen, Overheadprojektoren reparieren, Netzwerke einrichten, Rechner neu aufsetzen, Geräte konfigurieren, Dokumentenkameras warten, Medienschränke putzen usw., alles Einrichtungsgegenstände, für die der Schulträger, nicht das Land zuständig ist, für die es aber derzeit in Freiburg keine Arbeitskräfte gibt, da all diese Aufgaben aus den Aufgabenbereichen von Hausmeistern ausgelagert sind (was im Grunde ja auch richtig ist, da diese ja auch genügend andere Aufgaben haben).
Fazit:
Möchte man also ernsthaft eine digitale Bildung, so müssen dringend sinnvolle Lösungen im Bereich Wartung gefunden werden, bevor ein höheres Gericht (wie im Falle von Landheimen) den Lehrern verbietet, in ihrer Arbeitszeit diese sachfremden Tätigkeiten auf Kosten ihrer Lehrtätigkeit auszuüben. Denn dann würden an den Schulen tatsächlich sehr schnell „die Lichter“ an Rechnern und Servertürmen ausgehen.

Clemens

ID: 164 23.11.2018 22:56

Es ist in letzter Zeit bedauerlicherweise immer wieder zu erleben, wie der Bildungssektor ihnen nicht genehme demokratische Meinungsäußerungen sofort und brutal in eine "aggressive" und damit ihrer Meinung nach niederschwellig angedeutete "rechte" Ecke zwingen wollen. Kein Wunder, dass sich immer mehr Bürger dagegen wehren.
Das beschriebene Chaos an Schulen bedarf endlich einer systematischen Struktur, die von Innen heraus geregelt werden muss und nicht von einer Kommune. Es ist ein Beispiel für den fehlenden digitalen Bildungsstand der Verantwortlichen! Jeder Betrieb wäre schon längst vom Markt verschwunden und jeder Arbeitnehmer entlassen, wenn er so agieren würde, wie hier beschrieben.
Aber erfreulich zu hören, dass sich auch Lehrer endlich wieder um ihr Handwerkszeug kümmern und auch mal putzen. So werden sie zu pädagogisch wertvollen Vorbildern ihrer Schule. Ansonsten braucht man auch keinen Beamtenstatus mehr!
Und zum Abschluss: Ja, ich weiß, dass Dies nicht das richtige Forum ist. Ich nutze es jedoch um dem vorhergegangenen Missbrauch des selbsternannten Bildungsbürgertums zumindest etwas entgegen zu setzen.

Clemens

ID: 154 23.11.2018 09:34

Vielleicht verstehe ich hier etwas falsch, aber IT-Abteilungen gibt es eigentlich nur noch in sehr großen Unternehmen und Konzernen. In einer Schule mit 50 Lehrern muss ich doch erwarten dürfen, dass sie den Umgang mit ihrem Material beherrschen. Noch dazu, wenn es um normale Technologien wie Computer, Beamer, Tablets, Kameras u.ä. geht. Wer hilft Denen denn, wenn sie zu Hause ihr WLAN einrichten oder verändern müssen? Oder Wer richtet denen den die Cloud in ihrem Router oder bei Microsoft ein?
Und jetzt will ich nicht hören, dass es noch Lehrer gibt, die diese Technologien nicht selbst nutzen können!
Abgesehen davon: Dies ist Aufgabe des Landes und nicht der Stadt.

Ernst

ID: 159 23.11.2018 18:46

Lieber Clemens,
von welcher Schule reden Sie?
Wir haben für 900 Schüler und Lehrer insgesamt 170 Rechner im Unterrichts- und 20 Rechner im Lehrernetz. Auf diesen Rechnern können wahlweise zwei Betriebssysteme (Win10/Ubuntu) gestartet werden. Dieses Netzwerk hat rein gar nichts mit einem Einzelplatzrechner oder ihrem WLAN oder Router zu Hause zu tun! Von welcher "normalen" Technologie reden Sie? Ich rede von einem Netzwerk! Wenn 900 Leute an bzw. mit *denselben* schul-eigenen Geräten arbeiten, geht ständig etwas kaputt und muss gewartet, repariert bzw. wiederhergestellt werden. Und um dieses Netzwerk und den kompletten Medienpool kümmern sich *zwei* Lehrer neben ihrer eigentlichen Lehrtätigkeit!

Mit ihrer letzten Bemerkung liegen Sie falsch:
Die Ausstattung der Schulen ist Sache des Schulträgers d.h der Stadt Freiburg und nicht des Landes! Sekretariats- und Reinigungspersonal sowie Hausmeister sind Angestellte der Stadt und nicht des Landes! Und genau so wäre ein hauptamtlicher Betreuer der Medienausstattung und des Netzwerkes wünschenswert, damit die Lehrer endlich ihrem eigentlichen Beruf, dem Unterricht, nachgehen und Schüler und Lehrer mit stets funktionsfähigen Medien arbeiten können.

Wenn von Investition in Bildung, Digitalpakt und Medienoffensive geredet wird, sollten nicht nur Geräte angeschafft werden. Geräte warten und reparieren sich nicht selber! Das machen Leute! Und nicht irgendwelche Leute, sondern Fachpersonal! Erst dadurch wird die Investition nachhaltig und macht letztendlich Sinn!

Teilnehmer

ID: 67 13.11.2018 11:39

Das sollen die Experten vom Kreismedienzentrum Freiburg machen - einfach an dieser Stelle die Personaldecke erhöhen und auf der anderen Seite Dienstleisterkosten sparen. Geräte die nicht genutzt werden sind Geldverschwendung!

Ernst

ID: 73 13.11.2018 21:39

Für Beratung und Installation sind KMZ (Medien) und Dienstleister (Netz) schon okay. Wir brauchen aber technisches Personal VOR ORT, damit unsere Zeit nicht in der Hotline, der detaillierten Fehlerbeschreibung, der Hin- und Her-Korrespondenz und dem Warten auf einen Techniker-Termin in vier Wochen verpufft. VOR ORT ist das entscheidende Kriterium!

DocHoliday

ID: 65 12.11.2018 21:49

Der Ernst hat absolut Recht! Wenn Hardware angeschafft wird - egal ob vom Schulträger, vom Land oder gar vom Bund aus dem 5-Milliarden-Topf - muss es auch einen IT-Support geben, der gewährleistet, dass diese auch für den gewünschten Zweck genutzt werden kann und nachhaltig verfügbar ist. Lehrer können das im Rahmen ihres Lehrauftrags nicht auch noch leisten.