Es ist notwendig, eine Digitale Ethik zu formulieren, und durchzusetzen.

ID: 275
Erstellt von Moderation digital.freiburg am 14.11.2018 um 11:56 Uhr
Gesellschaft, Ethik, Sicherheit & Vertrauen

Das Internet und seine sozialen Medien erscheinen als rechtsfreie Räume, in denen man jeglichen Tabubruch begehen kann. Die großen Internetfirmen sind nur daran interessiert, ihre globalen Datensilos mithilfe von künstlicher Intelligenz noch besser für ihre Interessen nutzbar zu machen. Kinder = „die Generation der Zukunft“ werden als Legitimation der Datenoptimierungen herangezogen. Es gilt, die heutige Elterngeneration in die Pflicht zu nehmen. Es Bedarf einer Institutionalisierung einer Digitalen Ethik. Wir benötigen eine moralische Instanz in der fortschreitenden Digitalisierung. Wer übernimmt diese Rolle?

[Pitch Tisch Nr. 5 aus der Bürger_innenkonferenz]

Löst Ihr Vorschlag bestehende Probleme? Wer hat etwas von Ihrem Vorschlag?

Zielgruppe: Alle Menschen

Wertversprechen:
Die Einführung einer respektvollen Kommunikationskultur
Die Erhaltung der Individualität des Einzelnen
Eine Förderung der friedlichen Weiterentwicklung der Menschheit

Kommentare (4)

Andreas

ID: 255 28.11.2018 17:51

Ethik ist wie Wissen keine Sache des Mediums. Jedoch können erst dann gute Entscheidungen zustandekommen, wenn eine Mehrheit sich auch über die Folgen einer technischen oder sonstigen Neuerung im Klaren ist (Gegenbeispiel Brexit).

Nach meinem Eindruck weiß 80% der Bevölkerung schon nicht auf welchem Weg Erkenntnis verläßlich zustandekommt und hält alles für eine Frage der Meinung. Naturgesetze sind jedoch nicht verhandelbar.

Ich stimme zu, daß hier viel Aufholbedarf ist, freilich eher bundes-, europa- und weltweit.

Myon

ID: 84 21.11.2018 16:41

Danke für das Feedback. Offenbar lag ich mit meiner Interpretation fernab von der Intention der Runde von Tisch 5

Statt meinen bereits als Kommentar geposteten Text nochmal zu posten, verweise ich auf Vorschlag 264 von Tisch 4 [1], den ich sehr gelungen finde, um an einer konkreten Umsetzung für Digital.Freiburg weiter zu arbeiten.

Ich bitte die Mitwirkenden von Tisch5 um Verzeihung und Nachsicht, dass ich den Vorschlag nicht als Appell verstanden habe, der seine Frage am Ende nur rhetorisch stellt.

Von mir aus war's als mögliche Antwort auf die konkrete Frage gemeint, als Beispiel für ein zusätzlicher digitaler Prozess in der Stadtverwaltung sehr punktuell "die Rolle der moralischen Instanz in der fortschreitenden Digitalisierung" übernimmt, um "die heutige Elterngeneration in die Pflicht zu nehmen".

Ansonsten ist mir wichtig, dem Appell den Gedanken bei zu fügen dass die geforderte "Institutionalisierung einer Digitalen Ethik" keines obersten moralischen Wächters bedarf, der als "starker Staat" oder dergleichen agiert und rechtsfreie Räume aus der Welt schaffen soll. Natürlich könnte die Stadt solches nicht übernehmen, weil es in einer friedlichen und freiheitlichen Gesellschaft nur wenig Ansatzpunkte gibt, jemand von Amts wegen wirksam "in die Pflicht" zu nehmen.

Da es also nur um eine dezentrale Institutionalisierung der Digitalen Ethik gehen kann, ist (neben der besagten Elterngeneration) zum kleinen Teil auch die Stadt und ihre Verwaltung gefordert, ähnlich wie z.B. beim Datenschutz, der auf allen Ebenen umgesetzt werden muss, nicht nur durch zentrale Aktivitäten des Landesdatenschutzbeauftragten.

Als Anregung zum Nachdenken über die Inhalte einer Digitalen Ethik verweise ich auf die sog. Hackerethik [2], die den Chaos Computer Club zu einer moralisch handlungsfähigen Instanz in der Informationsgesellschaft gemacht hat.

[url=https://mitmachen.freiburg.de/stadtfreiburg/de/mapconsultation/51342/single/proposal/264][1] Digitales Leitbild[/url]

<a href=https://de.wikipedia.org/wiki/Hackerethik>[2] Die Hackerethik</a>

Moderation digital.freiburg

Kommentar der Moderation
ID: 83 21.11.2018 13:00

In der Runde von Tisch 5 ging es um ethische Grundsätze für ein friedliches Miteinander im Netz (Appell an die Menschen).
Gerne können Sie Ihren konkreten Vorschlag "Was kann die Stadtverwaltung tun, um die ansässige Elterngeneration in die Pflicht zu nehmen?" als eigenen Beitrag auf www.mitmachen.freiburg.de aufnehmen.

Myon

ID: 76 14.11.2018 14:23

Nicht gegen ethische Prinzipien, wenn die auch gelebt werden. Das kommt heute vielerorts zu kurz, zB in der Konzernführung.

Ich frag mich allerdings bei diesem Vorschlag, ob es wirklich eine moralische Frage ist, wie Eltern eine angemessene Erziehungskompetenz vermittelt werden kann, damit sie sich selbstverantwortlich an der Erziehungsaufgabe beteiligen ?

Der Ruf nach der "moralischen Instanz in der fortscheitenden Digitalisierung"klingt mir zu sehr nach "Pfarrer 4.0" Ich versuch es mal ohne solchen Überbau neu zu formulieren:

Was kann die Stadtverwaltung tun, um die ansässige "Elterngeneration in die Pflicht zu nehmen".?

Ein kühner Vorschlag:
Wenn auf dem Standesamt die Geburt eines Kindes angezeigt wird, ist der Zeitpunkt schon recht nah, an dem Eltern für eine medienpädagogische Beratung besonders empfänglich sind und solche Hilfesellung auch dringend brauchen. Es braucht nämlich auch etwas Zeit, bis man es drauf hat, kein ungutes Vorbild der Mediennutzung mehr zu sein.

Hat man den Sprößling erst (in) der tablet wischi waschi Welt ausgesetzt, ist es zu spät für einen Aufruf zu vorbildhaften medialem Konsumverzicht.

Wenn dieser erst viele Jahre später von Seiten Schule angetragen wird, verhallt er wirkungslos, weil längst zu spät.

Auf Seiten des Standesamts braucht es dazu lediglich die Willenserklärung der Eltern, sich nach drei Jahren oder so an die "Vorsorgeuntersuchung mit optionalem Coaching zur medialen Kindbegleitung" erinnern zu lassen.

Trifft diese Idee in etwa die Intention der Runde von Tisch 5 ?

Anregungen:
http://blogs.faz.net/schlaflos/2018/10/30/eltern-die-auf-smartphones-starren-544/

https://www.futurezone.de/digital-life/article213447411/Diese-Schule-im-Silicon-Valley-ist-eine-technologiefreie-Zone.html

https://www.zeit.de/digital/2018-07/smartphonenutzung-sucht-david-levy-computerwissenschaftler

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/suchtkrankheiten/article/922596/smartphone-sucht-eltern-muessen-bessere-vorbilder.html