Dietenbachgelände aufwerten

ID: 526
Erstellt von natur_in_freiburg am 20.01.2019 um 16:45 Uhr
Bauen und Wohnen

Landschaft ist in Deutschland und natürlich auch in Freiburg eine schrumpfende Ressource. Immer noch wird von Politik und Wirtschaft so verfahren, als stünde Landschaft in unerschöpflichem Maße zur Verfügung. Erst wenn alles zubetoniert, versiegelt und zerstört ist, werden wir schmerzlich merken, daß Landschaft zum Leben unverzichtbar ist. Deshalb sollte das Dietenbachgelände nicht nur unbebaut bleiben, sondern durch eine naturnahe landwirtschaftliche Nutzung, durch Anlage von artenreichen Wind- und Vogelschutzhecken und durch Streubostbestände aufgewertet werden!

Kommentare (29)

Martin

ID: 3.098 27.01.2019 19:51

Es hört sich wirklich toll an, dass 50 % Sozialwohnungen entstehen sollen, allerdings stellt sich die Frage, wie der Rest errichtet werden soll. Freiburg macht seit Jahren Werbung für den Investitionsstandort auf der Expo Real in München. Also wird ein Teil an Investoren gehen. Diese Akteure sind nicht am Wohl der Bewohner Freiburgs interessiert.
Der Ansatz, dass für Investoren auch nur ein Quadratmeter Ackerboden enteignet werden soll, ist nicht zu rechtfertigen.

Wenn wir konsequent die schnell realisierbare Option der Dachaufstockungen realisiern würden, kämen die Krankenschwestern und Polizisten zu günstigem Wohnraum von 8Euro50, wie es die Stadtbau ohne Förderung vorgemacht hat.
Schätzungen gehen von einem Potential von mindestens 4000 Wohnungen durch Aufstockung aus (Quelle:Ecotrinova).
Hinzu kommen mehrer Tausend Wohnungen über Parkplätzen etc.
Wer den neuen Freiburger OBI im Industriegebiet Haid kennt, weiß wie das Bauamt mit Fläche umzugehen gewohnt ist. Hier wurde großteils eingeschossig und mit ebenerdigen Parkpätzen unter der Sonne genehmigt. Welche Möglichkeiten wurden hier verschenkt.
Um uns dann nach Genehmigung zu verkünden: Dietenbach ist notwendig.

Die Neubaumieten würden das "normale Wohnen" im Stadtteil sehr teuer machen, und damit den Mitspiegel auch in den benachbarten Stadtteilen kräftig erhöhen.

Die Prüfung der Alternativen im Vorfeld beschränkten sich auf große zusamenhängende Flächen und eben nicht um die von Rettet Dietenbach in die Debatte gebrachten vielfältigen Innenentwicklungsmöglichkeiten.

Und was ist mit der Natur? Insektensterben, Artenschwund, Überschwemungsraum und auch die Funktion der Frischluftschneise für den Freiburger Westen (Grüne Finger, vgl. Freiraumkonzept Freiburg 2005 ) verbieten den Bau eines neuen Stadtteils.

Hinzu kommt die nicht gelöste Frage nach dem Verkehrskonzept. Im Westen von Freiburg geht heute schon zeitweise nichts mehr voran. 15000 Menschen würden zu einem Kollaps führen, egal ob mit Straba oder Auto unterwegs.
Das Engagement von Rettet Dietenbach hat jetzt zu einer lebhaften Debatte geführt, die mit konstruktiven Lösungsansätzen für eine nachhaltige Bau- und Bodenpolitik sorgen kann.
Das Betongoldzeitalter müssen wir jetzt aktiv beenden

Anja

ID: 2.969 27.01.2019 11:24

Der opportunistische Gemeinderat und Salomon haben einen point of no return für Horn und den immer noch opportunistischen Gemeinderat geschaffen. Ich hoffe, dass die Freiburger das erkennen und zu einem point of RETURN per Bürgerentscheid bewirken. Alles andere wäre eine der größten Kollektivdummheitem der Stadtgeschichte.

Fritz

ID: 2.957 27.01.2019 10:04

Die Zerstörung der Äcker und ein neuer Stadtteil bewirken auf jeden Fall einen weiteren Rückgang der Vogelwelt in dieser nahen Umgebung (mehrere Natur- und Artenschutzgebiete). Naturschutzrechtlich ist das ein no-go, weil dort zugleich 2 Güterbahnlinien gebaut werden und Ausgleichsgebiete fehlen.
Zudem verspielen die Chancen auf die erhofften Wohltaten einer neuen Kleinstadt die Chancen, die regionale Ernährung und einen naturverträglichen Ackerbau zu gewährleisten.
Seit wann ist eine neue Wohnsiedlung ökologischer und "klimaneutraler" als Acker, Wald und Wiese ?

natur_in_freiburg

ID: 2.897 26.01.2019 17:57

..es gibt ja den alten Merksatz von Tourismus-NGOs:
"Der Tourismus zerstört das, was er sucht, indem er es findet!"
Auf boomende Agglomerationen könnte das auch übertragen werden. Wenn in Freiburg dann einmal alles zubetoniert ist, Natur in der Stadt verdrängt ist – dann erlischt die Attraktivität und die Karawane zieht woanders hin.. ;–(

AnneR

ID: 3.044 27.01.2019 16:50

... und wenn die weitere Zersiedelung weitere Ortschaften und Landschaften erreicht hat, die Pendler-Auto-Ströme in die Stadt kommen (nicht alle benutzen den ÖPNV, weil es den in den kleinen Dörfern nicht mehr gibt), dann ist auch in den Landschaften die Natur verdrängt und das weitflächiger und weitaus schädlicher als durch einen neuer Stadtteil, in dem in die Höhe gebaut werden kann.
Aber: das geht ja dann die Freiburger nix mehr an, dass ist dann ja nicht mehr vor der eigenen Haus- bzw. Hintertür.

Cornelia

ID: 2.895 26.01.2019 17:34

Das wäre ein Faß ohne Boden, kaum steht der Stadtteil (s. a. Vauban, Rieselfeld) gibt es wieder/immer noch Wohnungssuchende. Die, mit denen Stimmenfang gemacht wird (bzgl. "bezahlbarem Wohnraum") kommen wieder nicht zum Zuge. 50 % wird sowieso nie und nimmer durchgesetzt, das sehe Unmüßg und Co. vor... Man sollte akzeptieren, dass hier irgendwann Schluss ist - obwohl, der Schlossberg...

Tom

ID: 2.971 27.01.2019 11:32

Warum kommen die Bürger dann nicht zum Zuge? Woher wissen Sie, dass 50% Sozialbau nicht realisiert wird? Wollen Sie den Trend, dass die Städte für viele Menschen attraktiver sind aufhalten, indem Sie sagen, dass irgendwann Schluss ist? Wo sollen denn Menschen mit Berufen, welche schlecht entlohnt werden leben (Erzieher, Krankenschwestern, Pfleger, Physiotherapeuten, etc.)? Wer pflegt uns, wenn wir alt sind, wenn diese Menschen kein zu Hause finden?

robinhood

ID: 2.866 26.01.2019 16:10

Wie ist das nun: Welche Lebensmittel, die auf den Äckern dort aktuell bebaut werden (ich bleibe dabei, das Dietenbachgelände ist seit Jahrhunderten "bebaut") können wir im Bioladen kaufen? Aber was mir viel wichtiger ist: Wir reden alle von Nachhaltigkeit und wir kämpfen gemeinsam für diese Ziele. Aber sagen nicht gerade die Nachhaltigkeitsmodelle (von Rio etc.), das es jenseits der natürlichen Umwelt auch eine soziale und wirtschaftliche Umwelt gibt, die miteinander ausbalanciert und abgewogen werden müssen? Alle drei sind gleich wichtig! Können wir uns nicht vorstellen, dass in diesem neuen Dietenbach eine weitaus ökologischere Bebauung erfolgen könnte, als wenn die Leute irgendwo auf dem Land ein Häusle bauen und dann mit dem Auto in die Stadt pendeln? Und wären nicht auch Dachbegrünungen denkbar, wie ich sie in Wien kennengelernt habe? Mit Gärten, sogar Obstbäumen auf den Dächern! Und vielfältiges ökologisches Leben zwischen den Häusern? Kein Abstandsgrün, keine Autoparkwüsten wie in der Innenstadt etc. Zugegeben, ursprüngliche natürliche Flächen sind was anderes. Aber die gibt es im Dietenbach seit sehr sehr langer Zeit nicht mehr...

Bobbele_im_Vauban

ID: 2.724 25.01.2019 18:59

Ich bin dafür, den Flächenverbrauch so gut es geht zu begrenzen. Ich bin für den Schutz von Biotopen, Wiesen, Weiden, Wäldern, biologisch (!!!) bewirtschafteten Feldern und Kleingärten.

Ich bin dagegen, daß Immobilienlöwen, Wohnungsbaugesellschaften und andere Miethaie sich am Menschenrecht auf Wohnen bereichern. Ich bin dagegen, daß es sich zunehmend nur noch Menschen* aus der gehobenen Mittelschicht und Oberschicht leisten können werden, in Freiburg zu wohnen, sondern möchte, daß Freiburg wieder eine Stadt für Alle* wird.

Ich finde es nicht gut, daß Menschen* aus Freiburg ins Umland ziehen müssen, weil sie (besonders wenn sie Nachwuchs* bekommen) eine größere Wohnung brauchen. Ich finde es auch nicht gut, daß Menschen*, die geschieden, getrennt oder verwitwet und deren Kinder* längst aus dem Haus sind, selbst wenn sie dazu bereit sind, nicht in eine kleinere Wohnung ziehen können, weil diese teurer wäre als die nun zu groß gewordene.

Ich finde es nicht gut, daß immer mehr Menschen* aus dem Umland mit dem Auto nach Freiburg pendeln oder zum Einkaufen fahren, und auch nicht, daß man außerhalb von Großstädten nicht halb so dicht bauen darf wie in diesen.

Ich sehe auch ein, daß mit Nachverdichtung, der Bebauung von Brachflächen, der Aufstockung bestehender Gebäude usw. die bis 2030 notwendigen 15 000 Wohnungen nicht geschaffen werden können. Ebenso sehe ich ein, daß bei allen anderen größeren, zusammenhängenden Flächen gewichtigere Gründe dagegen sprechen, dort einen neuen Stadtteil zu bauen, als bei Dietenbach.

Aus diesen Gründen nehme ich es lieber in Kauf, daß landwirtschaftliche Flächen, die NICHT biologisch bewirtschaftet werden, geopfert werden, um dort einen dicht bebauten, kompakten, urbanen und (voraussichtlich) lebenswerten Stadtteil zu bauen, statt im Umland doppelt bis fünfmal soviel Fläche zu bebauen.

Denn dort wird es möglich sein, den Beschluß des Gemeinderats, 50% geförderten Mietwohnugsbau zu verwirklichen, auch tatsächlich umzusetzen. Dort wird es den künftigen Bewohner*innen leicht gemacht werden, sich (wohlgemerkt freiwillig!) dafür zu entscheiden, mit der Stadtbahn oder dem Fahrrad in die Stadt zu fahren statt mit dem Auto.

Und selbst wenn es möglich wäre, die in Dietenbach geplanten 6000 Wohnungen innerhalb der bestehenden Baugebiete zu schaffen, würde das den neuen Stadtteil Dietenbach nicht überflüssig machen. Denn auch wenn der Stadtteil Dietenbach gebaut würde, müßten zusätzlich noch anderthalbmal soviele weitere Wohnungen entstehen! 15 000 minus 6000 ergibt 9000, und 9000 ist das 1,5fache von 6000.

Das bedeutet, wir werden – ob es und gefällt oder nicht – ALLE Möglichkeiten ausschöpfen müssen und haben nur die Wahl, ob wir das tun oder ob viele Menschen*, die weniger als 5500 Euro brutto pro Monat verdienen (bezogen auf eine vierköpfige Familie), aus Freiburg wegziehen werden müssen. Das bedeutet auch, daß Wohnungslose* wohnungslos bleiben werden.

Wer am 24. Februar mit „Ja“ stimmt, der* (oder die*) bewirkt damit, daß Freiburg nur noch für die* ist, die* hier Wohneigentum besitzen oder sich die immer höheren Mieten auch zukünftig leisten können werden. Daß der Autoverkehr aus dem Umland nach Freiburg noch stärker zunimmt und daß doppelt bis fünfmal so große Flächen im Umland, die wertvoller sind als Dietenbach, unwiederbringlich verlorengehen.

Aus all diesen Gründen habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschieden, daß ich beim Bürgerentscheid am 24. Februar mit „NEIN“ stimmen werde. Und deshalb kann ich auch diesem Vorschlag keinen Daumen geben.

natur_in_freiburg

ID: 2.706 25.01.2019 17:54

Es gibt einige Leute, die führen als Argument pro Bebauung an, daß die Bauern auf dem Dietenbachgelände nicht ökologisch orientierten Landbau betreiben, daß es Maisbauern seien, oder daß sie Glyphosat einsetzen würden.

Wenn also Leute es OK finden, daß die Art der Landnutzung ein Kriterium für eine Enteignung und für die Umwandlung in Bauland sein soll, dann dürfte es im Umkehrschluß auch OK sein, daß z.B. Gebäude, die umweltproblematische Materialien enthalten, wie etwa PVC, Styrol, PCB, oder einfach auch nur häßlich sind – daß solche Gebäude abgerissen werden und die Fläche wieder zur bunten Wiese renaturiert wird?

robinhood

ID: 2.692 25.01.2019 17:11

Unbebaut bleiben? Das ist bewußt irreführend. Das ist keine unberührte Natur, von der wir träumen dürfen. NEIN! Seit Jahrhunderten wird dieses Gelände im Dietenbach BEBAUT. Und zwar von Bauern, die so heißen, weil sie etwas bebauen. Es ist also längst bebaut. Überwiegend mit wenig umweltfreundlichen Methoden. Ihr müßt Euch nur die Traktoren anschauen. Die reinsten Kriegsfahrzeuge. Ökologisch? Bio anders aus. ...Die Frage des Bürgerentscheides ist sehr irreführend. Sie muss also mit NEIN beantwortet werden. Aber grundsätzlich teile ich die Intention, die gesamte Landwirtschaft in Freiburg, wie von den Grünen gefordert, auf ÖKOLOGIE und BIO-Betrieb umzustellen. Einen solchen Bürgerentscheid fänd ich cool!

Biodiversität

ID: 2.766 25.01.2019 22:43

Warum muss sie jetzt mit Nein abgestimmt werden? Weil Sie die Wortherkunft von "Bauer" nicht kennen (= Bauer von mhd. gebûre „Mitbewohner, Nachbar, Dorfgenosse“) oder weil sie nicht wissen, dass auf Boden unsere Nahrungsmittel wachsen, CO2 gespeichert wird, Grundwasser neu gebildet wird. Nein auf dem Wahlzettel, dass auch in Zukunft ja nie wieder Flora und Fauna darauf ist? Denn bei all Ihrer Kritik an der Landwirtschaft vergessen Sie offenbar, dass auch die konventionelle nichts gegen die Versiegelung mit Beton und Stahl ist. Wenn der Traktor ein Kriegsfahrzeug ist, dann wäre die entstehende Betonwüste wohl der Todesstern.

Stefan

ID: 2.159 22.01.2019 17:08

Freiburg wächst! Verdichtung schön und gut aber irgendwann ist auch mit innerer Verdichtung Ende. Wie viele Kinder sollen in einem Zimmer Wohnen? Wenn wir Kinder wollen Brauchen wir bezahlbaren Wohnraum nicht Luxusapartements Lofts und Penthauswohnungen. Der Imobilienerwerb sollte doch keine Mehrgenerationenangelegenheit sein!

Biodiversität

ID: 2.203 22.01.2019 20:36

Irgendwann muss man sich mal fragen, ob Wachstum nicht begrenzt werden muss. Wer anerkennt, dass der Planet gerade hops geht, der wird um diesen Schritt nicht herumkommen - zumindest wenn ihm die Zukunft der Menschheit nicht egal ist.

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