Tempo 40 in ganz Freiburg, einschließlich B31

ID: 699
Erstellt von Dumbledore am 05.01.2021 um 14:36 Uhr

das Thema Tempo 30 ist der große ideologische Graben, über den am Ende ALLE gehen werden müssen; die einen den Kopf dabei schüttelnd, die anderen triumphierend;

was spricht gegen Tempo 40?

Auf jeden Fall nicht das Argument, dass dies nur ein fauler Kompromiss ist zwischen Fortschrittlichen und Ewig-Gestrigen; aber klar ist, dass bei generellem Tempo 40 dies dann auch für die B31 gelten würde: Was ginge damit verloren, außer dem Verlust von Prestigegewinn einer möglicherweise nur knappen Mehrheit der Freiburger Bürger?

.... beispielsweise, dass die heute auf der B31 mit Tempo -30 durch Freiburg fahrenden langen Autoschlangen eine um 25% kürzere Aufenthaltsdauer im Freiburger Stadtgebiet hätten (mit entsprechend reduzierter Abgasmenge ohne die längeren Anfahrzeiten einer Autoschlange bei Ampel-stop & go's mit einzurechnen);

... beispielsweise, dass sich bei hohem Verkehrsaufkommen in den Stadtgebieten die durchschnittliche Geschwindigkeit eh bei 25-35 km einpendeln würde;

... beispielsweise, dass der Nachtverkehr auf leeren Straßen mit Tempo 40 durch Freiburg "rasen" könnte und dabei auch noch die wenigen mit Tempo-30 fahrenden Radfahrer auf den mittlerweile hervorragend ausgebauten Fahrradwegen entlang der Hauptverkehrsrouten doch noch überholen können

in diesem Sinne, prosit ("es möge nützen") Neujahr

Kommentare (22)

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Dagobert

ID: 5.497 18.01.2021 22:50

Die Physik sagt: Die Bewegungsenergie bei Tempo 40 ist fast doppelt so hoch wie bei Tempo 30 - und bestimmt damit die Schwere möglicher Verletzungen. - Für alle, die keine Knautschzone haben, sind Fahrzeuge mit Tempo 40 zu gefährlich!

Folkmar

ID: 5.191 15.01.2021 21:55

40 km/h ist zu schnell, weil doch eher wieder schneller gefahren wird. Und je schneller umso tödlicher. Außerdem hätte man dann wieder unterschiedliche Temporegelungen in der Stadt - 20 km/h bei Spielstraßen, 30 km/h bei Anliegerstraßen und Kitas, dann noch 40 km/h - also Tempo 30 ist genau richtig.

Christoph

ID: 4.984 13.01.2021 21:48

Das überzeugt mich jetzt gar nicht. Flächendeckend maximal Tempo 30 und grüne Welle für Tempo 20 (wie in Kopenhagen). Was anderes kann ich hier nicht unterstützen. Was spricht wirklich für 40? Ist doch viel zu schnell.

Stadt Freiburg

Kommentar der Moderation
ID: 4.898 12.01.2021 16:51

Hallo Dumbledore,
wir haben den Vorschlag an das zuständige Garten- und Tiefbauamt weitergeleitet und folgende Antwort erhalten:

Die StVO beinhaltet verschiedene Rechtsgrundlagen, auf deren Basis verschiedene Ge­schwindigkeits-beschränkungen angeordnet werden können, wenn die entsprechen­den rechtlichen Voraussetzungen vorliegen. Die gängigsten sind:
- Lärmschutz auf Grund der Überschreitung bestimmter Lärmpegel oder auf Basis eines Lärmaktionsplans (30 km/h ganztags oder nachts).
- Luftreinhaltung auf Basis eines Luftreinhalteplans (30 km/h oder 40 km/h).
- Verkehrssicherheit wegen besonderen örtlichen Gegebenheiten, die eine überdurchschnittliche Gefahrenlage begründen (30 km/h oder 40 km/h).
- Schutz im Nahbereich von Schulen und Kitas (30 km/h zu deren Öffnungszeiten).

In Freiburg wurden Geschwindigkeitsbeschränkungen im Innenstadtbereich überwiegend aus Lärmschutzgründen eingerichtet, weil gemäß Lärmberechnungen z. B. im Zuge der Lärmkartierung für den Lärmaktionsplan die Lärmbelastungen für die Anwohnenden zu hoch waren. Durch die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h (nachts oder ganztags) konnte ein größtmöglicher Schutz für die Anwohnenden erreicht werden. Dieses Vorgehen entspricht den Gemeinderatsbeschlüssen.

Es ist nachvollziehbar, dass eine einheitliche flächendeckende Geschwindigkeitsregelung im Stadtgebiet mit wenigen Ausnahmen für alle Verkehrsteilnehmenden einfacher zu verstehen wäre. Daher unterstützt die Stadt die verschiedenen Vorstöße des Deutschen Städtetags in diese Richtung und hat sich sogar für eine mögliche Ausnahmegenehmigung für Freiburg beim Bundesverkehrsministerium und beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg eingesetzt.

Aber Fakt ist: Flächendeckende, von Tempo 50 abweichende Geschwindigkeitsbeschränkungen im Stadtgebiet, egal ob 30 oder 40 km/h, sind rechtlich nicht zulässig. Es handelt sich immer um Einzelfallentscheidungen für jede einzelne Straße.

Die Straßenverkehrsbehörde hat in Freiburg auf Basis der geltenden Gesetzeslage dort Geschwindigkeits-beschränkungen erlassen, wo es aus Gründen des Schutzes der Bevölkerung vor Lärm und Abgasen sowie aus Verkehrssicherheitsaspekten möglich erschien. Darüber hinaus werden mögliche Ausweitungen (zeitlich und räumlich) anlassbezogen geprüft.

Abgesehen von den rechtlichen Aspekten wäre es kaum vorstellbar, dort wo heute Tempo 30 angeordnet ist, künftig Tempo 40 anzuordnen und somit eine Verschlechterung beim Lärmschutz als auch bei der Verkehrssicherheit herbeizuführen.

Bobbele_im_Vauban

ID: 4.800 11.01.2021 20:21

Da bin ich entschieden dagegen! Meiner Meinung nach sollte die Geschwindigkeit in Freiburg innerorts generell auf 30 und nicht auf 40 km/h beschränkt werden. Lediglich auf ausgewählten Straßen, insbesondere mit regelmäßigem Linienbusverkehr, in den Industrie- und Gewerbegebieten Nord, Hochdorf und Haid-West sowie abschnittsweise auf Radvorrangrouten sollten 40 km/h erlaubt sein.

Ich unterstütze daher ausdrücklich den Vorstoß unseres Oberbürgermeisters. Bleiben Sie standhaft, Herr Horn, und lassen Sie sich nicht von der hier gestellten Forderung davon abbringen!

AS

ID: 4.632 08.01.2021 21:10

Tempo 40 auf Nebenstraßen? Eindeutig zu schnell auf den beliebten "Alternativrouten" zur B31, z.B.Erwinstraße und Zasiusstraße . Nach meinem Empfinden fahren dort schon heute die wenigsten Autos 30. Hier ist eher Verkehrsberuhigung angesagt.

Wolfgang

ID: 4.615 08.01.2021 16:14

Als Ergänzung:
Für mich wäre Tempo 40 auf den Hauptstraßen und Tempo 20 in allen Nebenstraßen eine Lösung. Was in den Nebenstraßen los ist, auch weil es neben unsinnigen Ampelschaltungen auch etliche 30er Beschränkungen auf Hauptstraßen gibt, ist unerträglich. Die Nebenstraßen sind mittlerweile die Rennstrecken. 30 km/h? Wird eher selten eingehalten. Der automatische Drang (wird wohl mit jedem Auto mitgeliefert) für unsinnige und gefährliche Überholvorgänge wäre damit auch reduziert.
Als Fahrradfahrer, aber auch Autofahrer, lässt sich das jeden Tag ohne Pause beobachten.
Auch für Fußgänger ist es in den Nebenstraßen der Hauptachsen ganz schwierig.

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Bobbele_im_Vauban

ID: 4.813 11.01.2021 21:40

Also, wenn ich mit exakt eingestelltem elektronischem Tacho (sog. „Fahrradcomputer“) mit 30 oder – versehentlich (!) – 31 bis 32 km/h in der Zone 30 fahre (insbesondere Lorettostr. nach dem Ende der 20er-Zone in westlicher Richtung), dann werde ich von fast ausnahmslos allen Autofahrer*innen, sobald es im Gegenverkehr eine kleine Lücke gibt, mit 35 bis 40 km/h überholt und (in diesem Beispiel) garantiert vor der Kreuzung Merzhauser Str. blockiert.

Meiner Erfahrung nach ist noch immer die Mehrzahl der Autofahrer*innen nicht bereit, hinter Radfahrer*innen zu bleiben und auf das Überholen zu verzichten, selbst wenn Radfahrer*innen mit vorgeschriebener Höchstgeschwindigkeit oder sogar schneller als erlaubt fahren. Tendenz zum Glück seit einigen Jahren allmählich sinkend.

Ja, Tempo 20 in Nebenstraßen sollte meiner Ansicht nach der nächste Schritt sein. Die StVO sollte dahingehend geändert werden, daß innerorts generell Tempo 30 als Regel-Höchstgeschwindigkeit gilt, und zwar nicht, wie § 3 Abs. 3 Nr. 1 StVO vorschreibt, lediglich „für alle Kraftfahrzeuge“, sondern für Fahrzeuge aller Art einschließlich Radfahrer*innen. Das Schild „Vorfahrtstraße“ sollte innerorts beinhalten, daß dort 40 km/h erlaubt sind. Ganz einfach zu merken: Zahl der Ecken des Vorfahrtschilds x10= Höchstgeschwindigkeit, also je nachdem 30 oder 40 km/h. Und was heute Zone 30 ist, sollte in Zone 20 umgewandelt werden.

Aber die StVO kann bekanntlich nur der Bundesverkehrsminister mit Zustimmung des Bundesrats ändern. Deshalb finde ich, sollten wir hier in Freiburg erstmal alles dransetzen, die Erlaubnis zu einem Modellversuch mit flächendeckend Tempo 30 zu erhalten. Danach sehen wir weiter…

Fabian Kern

ID: 4.604 08.01.2021 11:13

Tempo 40 in ganz Freiburg würde de facto zu einer Erhöhung der durchschnittlich erlaubten Geschwindigkeit führen und stellt ein Sicherheitsrisiko vor allem für Wohngebiete dar.
Das ist kein fauler Kompromiss sondern die schlechteste Lösung für alle!

Christoph

ID: 4.556 06.01.2021 19:05

Tempo 30 ist bereits ein Kompromiss.

Tempo 40 ist noch zu schnell, erst bei Tempo 30 verringert sich die Verletzungsgefahr bei einem Unfall gegenüber Tempo 50 so weit, dass es noch zumutbar ist, Autos in die Stadt zu lassen.

minketinke

ID: 4.529 06.01.2021 11:06

Hier gibt es ein Für und Wider zum Thema, allerdings Tempo 30 zu 50:
https://gegen-tempo-30.de/argumente-gegen-tempo-30/

Mir wird immer himmelangst, wenn ich so an das Verhalten einiger Fahrradfahrer denke.
Da wird noch schnell bei rot über die Ampel gezischt, Zebrastreifen sind generell Fahrradstrassen, rechts vor links gilt für Fahrradfahrer anscheinend nicht usw.

Aber, immer sind die Autofahrer schuld!

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Bobbele_im_Vauban

ID: 4.803 11.01.2021 20:43

Soweit ich es mehrfach gelesen habe, sind bei Unfällen zwischen Autos und Radfahrer*innen, bei denen der oder die Radfahrer*in schwer verletzt oder getötet wurde, weit überwiegend die Autofahrer*innen (einschließlich Lkw-Fahrer*innen schuld. Lediglich wenn Radfahrer (meist männlich) mit Straßenbahnen kollidierten und dabei tödlich verunglückten, sind sie zumindest in Freiburg ausnahmslos ganz allein selber schuld gewesen - wobei mir da aber nur zwei Fälle innerhalb der vergangenen ungefähr zwanzig Jahre einfallen (im Bereich der Haltestelle Eschholzstraße, wo seitdem eine Schranke zum Ausholen zwingt, und am Friedrich-Ebert-Platz). Und das sage nicht ich, das sagen keine "Ideolog*innen", sondern die Gerichte, die darüber urteilen müssen.

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