Reduktion von öffentlichen Parkplätzen und Vorfahrt fürs Stadtklima!

Erstellt von Bernhard am 20.09.2022 um 09:00 Uhr
Verkehr Umwelt und Natur

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Freiburg spürbar angekommen. Und es soll viel schlimmer werden: jährlich könnten es für Freiburg bis zum Jahr 2100 ca. 53 Tage pro Jahr über 30°C und 27 Tropennächte über 20°C werden.

Auch die Freiburger Pkw tragen hierzu maßgeblich bei:
• als tonnenschwere Hitzequellen und Hitzespeicher,
• die durch ihren dominierenden Flächenverbrauch zudem die Nutzung für ein besseres Stadtklima durch Bäume und Grünflächen, für unbehinderten Aufenthalt, sicheres Spiel und gefahrlosen und attraktiven umweltfreundlichen Verkehr blockieren.

Abgeleitet aus gesamtdeutschen Werten von Pkw- und Stellplatzanzahl ergeben sich für Freiburg bei 94.000 Pkw über 200.000 private und öffentliche Stellplätze!
Wertvolle, meist vollversiegelte Flächen für Kfz, die im Schnitt 23 h/Tag rumstehen.

Wir fordern daher konsequente Vorfahrt für die Verkehrswende auch durch Umwidmung versiegelter öffentlicher Parkplätze. In den nächsten 2 Jahren und darüber hinaus sollen dazu
• jährlich 2.800 öffentliche Parkplätze/Jahr netto
für schattenspendende Bäume, Stadtgrün, Begegnung und sicheren, attraktiven, barrierefreien und umweltfreundlichen Verkehr bereitgestellt werden.

Das sind jährlich weit weniger als 2% der insgesamt abgeschätzten Freiburger Parkmöglichkeiten für Autos, befreit aber eine Fläche von ca. 32.000 qm zugunsten einer stadtklimafreundlichen Nutzung.
In den gemäß Freiburger Klimaanpassungskonzept ausgewiesenen Hitze-Hotspot-Stadteilen sollte priorisiert entsiegelt und umgewidmet.

Wir beantragen für die Umwidmung von 2.800 Parkplätzen/Jahr zusätzliche haushaltswirksame Ausgaben von
1,05 Mio €/a, davon
• 0,75 Mio €/a aus zusätzlichen Umbaukosten von ca. 3 Mio €/a brutto bei 75% Förderquote für klimafreundliche Maßnahmen und
• 0,30 Mio €/a für vier zusätzliche städtische Planungsstellen mit 4 x 0,075 Mio €/a.
Eine Finanzierung wäre neben den hohen Fördergeldern beispielsweise durch eine unverzüglich umgesetzte stadtweite Parkraumbewirtschaftung sinnvoll möglich.

Kommentare (106)

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mundm

ID: 10.813 05.10.2022 22:49
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil...

Barcelona macht vor, wie in Windeseile Straßen für Autos gesperrt und wieder zu lebenswerten Räumen für Menschen, mit öffentlichen Sitzgelegenheiten, Spielplätzen, Grün- und Gardeningflächen werden. Habe ich mir im Sommer angesehen und hat mich sehr überzegt. Die Kosten für ein paar Poller dürften auch gegen Null gehen.

Harald

ID: 10.775 05.10.2022 21:35

Dieser Vorschlag wäre mit relativ wenig Mittel schnell und einfach umsetzbar. Z.B. in Stadtteilen wie Stühlinger o. Rieselfeld, mit den "Schachrettstrassen", diese konsequent in gegenläufige Einbaustrassen umwandelt (so wie in Wien zu sehen ist)
Aber auch z.b. konsequent die Vorfahrt für Strassenbahnen an allen (!) Ampeln sicherstellen
Oder wie in Basel - alle Autobesitzer*innen die keinen Parkplatz nachweisen können eine entsprechende Gebühr für die Nutzung des öffentlichen Raums entrichten zu lassen (in Basel 70 SFr/Monat), also niicht nur einfach Anwohner*innen parken

A. S.

ID: 10.770 05.10.2022 21:23
Ich kritisiere den Vorschlag, weil...

Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Ich habe zwar AUF GAR KEINEN FALL ETWAS GEGEN BÄUME ODER SCHÖNERE STRASSEN, aber solche FALSCHE Zahlen halte ich einfach nicht aus. Hier folgendes:
-Freiburg hat nicht nur PKWs, sondern 121.693 Fahrzeuge (inklusive motorisierte Zweiräder, Anhänger, Zugmaschienen, LKWs, etc), sie stehen ebenfalls auf von Ihnen berechneten 200.000 Parkplätzen. PLUS!
-238 Fahrzeuge der Grünen Flotte, die in Emmendingen gemeldet sind
- Hunderte Fahrzeuge von Sixt, die in München gemeldet sind, von Europcar, die in Hamburg gemeldet sind, und andere Anbieter.
- Hunderte Fahrzeuge der Postunternehmen, keine von ihnen sind in Freiburg gemeldet,
also erscheinen sie nicht in der Stadtstatistik.
...jetzt wird es schon knapp mit Parkplätzen.
Aber es geht besser.
Ich habe die Fläche, die für die Parkplätze an meiner Strasse verbraucht werden, betragen 8,3% der gesameten Strassenfläche. Das umgerechnet auf die Strassenfläche der Stadt Freiburg, macht 56.268 Stellplätze. Diese Rechnung macht so gar keinen Sinn, die von Ihnen mit 200.000 plätzen aber auch nicht. Die sind vielleicht irgendwo in Buxtehude, hier sind sie aber nicht. Macht mit diesen infos, was ihr wollt, Leute, aber hört auf zu lügen. Anzugeben, Sie hätten Quellen, aber diese nicht preiszugeben ist einfach schäbig.

Martin

ID: 10.691 05.10.2022 17:42

Fläche in Städten wie Freiburg ein kostbares Gut ist!

tofhami

ID: 10.588 05.10.2022 09:55
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil...

aktuell die Kosten für den KFZ Verkehr von der Allgemeinheit getragen werden - in dem Fall eine exklusive Nutzung des öffentlichen Raumes. Eine demokratische Lösung trägt zur intergenerativen Gerechtigkeit bei

Sophia

ID: 10.482 04.10.2022 18:54
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil...

nach wie vor in der Innenstadt durch parkende Autos der Radverkehr eingeschränkt wird.

safavi

ID: 10.439 04.10.2022 15:26
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil...

er sicher Konfliktpotenzial mit sich bringt und daher ein Dialog unerlässlich ist

A. S.

ID: 10.771 05.10.2022 21:24

sehr gern.

Lebendig

ID: 10.383 04.10.2022 10:49
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil...

Weniger Autos in der Stadt machen das Leben dort viel attraktiver und es werden weniger Menschen vor allem Kinder verletzt.

Brigitte

ID: 10.349 04.10.2022 07:19
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil...

Ich unterstütze den Vorschlag, weil er zu mehr sozialer Gerechtigkeit führt.

Stephanie

ID: 10.299 03.10.2022 23:19
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil...

Volle Zustimmung zu den genannten Gründen. Sinnvoller und guter Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz - wir müssen dringend mehr tun!