Neue Gärten braucht die Stadt

Erstellt von Sehr_Gerne am 24.09.2022 um 23:18 Uhr
Umwelt und Natur

Drei Trends haben Gärtner in den letzten Jahren in Freiburg bewegt:
- Urban Gardening blühte an verschiedenen Orten.
- Kleingärten verschwanden und wurden nicht adäquat ersetzt, z.B. in den Gutleutmatten. Erst zögerlich werden neue Gärten gebaut.
- Neu gefundene Liebe von Wildbienen, Blühwiesen und Insektenhotels.

Alle Trends kann man zumindest teilweise positiv sehen (mehr Wohnraum!). Mit den Kleingärten verschwanden aber auch Identifikationspunkte. Außerdem können Schrebergärten für Einkommensschwache sehr wichtig sein. Gleichzeitig zeigte sich auch das Bedürfnis großer Teile der Stadt an Gartenflächen. Dies sollte gefördert werden, beispielsweise durch:

1) Umwandlung von Wald und Landwirtschaft in Kleingärten und Flächen für Urban Gardening

2) Verteilung der Kleingärten, sowohl nach "zufälligen" Kriterien, als auch nach sozialen Kriterien. Zum Beispiel kann ein Drittel der Gärten an Einkommensschwache oder Familien, ein Drittel an Projekte mit mehreren Beteiligten und ein Drittel "frei" vergeben werden. "Projekte" können beispielsweise Lernprojekte oder Schulklassen sein.

3) Vergabe eines Teils der Kleingärten mit einem Rotationsprinzip von 3 oder 5 Jahren.

Wohnraum sollte weiterhin die klare Priorität Nr. 1 sein - eben deswegen brauchen wir neue Kleingärten.
Die Waldfläche hat seit 1950 übrigens stetig zugenommen, dabei sind einige Wälder hinsichtlich des ökologische Werts (Biodiversität etc.) gegenüber Kleingärten als geringer einzustufen. Selbiges gilt für Maisäcker. Außerdem sollte lieber eine zentrale, kompakte Stadt wie Freiburg wachsen, damit in der Regio nicht ein noch größerer Flächenfraß stattfindet. Deshalb brauchen wir neue Kleingärten.

Natürlich ist dieser Vorschlag offen für Diskussion und noch längst nicht ausgewachsen, bitteschön!

Mein Vorschlag wäre...

Gärten zu einer lebenswerten Stadt gehören.

Kommentare (6)

LGraf

ID: 10.657 05.10.2022 14:56
Ich kritisiere den Vorschlag, weil...

Umwandlung von Wald und Landwirtschaft? Das sind ökologisch völlig andere Flächen als Kleingärten. Diese Maßnahme wäre ökologisch sehr schädlich und sollte nicht unterstützt werden.

Mou

ID: 9.746 30.09.2022 15:00
Ich kritisiere den Vorschlag, weil...

Leider sieht man doch in den meisten Gartenanlagen, dass der Naturschutz und Anpflanzen sehr nebensächlich sind. Eher Trampolin, Pool nicht genehmigte private Toiletten und Versiegelung mit Beton und Hütten. Kaum Orte für Insekten, sondern Party.
Eine Teil Wald dafür zu opfern wäre zu schade.

Stadt Freiburg

Kommentar der Moderation
ID: 9.713 30.09.2022 11:21

Hallo Sehr_Gerne, vielen Dank für Ihren Vorschlag. Da es hier nicht um zusätzliche Mittel oder Einsparung von Mitteln geht, betrifft das Thema nicht den neuen Haushalt. Gerne geben wir Ihnen die Antwort des zuständigen Garten- und Tiefbauamts zur Vergabe von Kleingartenparzellen weiter:

Pro Jahr werden im Schnitt ca. 5-10 städtische Parzellen frei, die auf der Grundlage verschiedener Vergabekriterien weitervergeben werden. Hierbei wird zunächst die Platzierung des Interessenten auf der jährlich aktualisierten Warteliste herangezogen. Im Weiteren werden dann die örtlichen Präferenzen der/des Bestplatzierten (in gesamten Stadtgebiet oder in einzelnen Anlagen) sowie die zu entrichtenden Entschädigungsleistungen an die/den Vorpächter_in berücksichtigt. Nach dem Bundeskleingartengesetz hat der/die scheidende Pächter_in Anspruch auf eine angemessene Kündigungsentschädigung für die eingebrachten oder gegen Entgelt übernommenen Anpflanzungen und Anlagen, soweit diese im Rahmen der kleingärtnerischen Nutzung üblich sind.
Eine zeitlich befristete Vergabe im Rotationsprinzip, wie von Ihnen vorgeschlagen, schließt das Bundeskleingartengesetz (§6 Vertragsdauer) aus.

Im Bereich der Kleingartenanlage "Moosacker III" in St. Georgen wurde in diesem Frühjahr per öf-fentlichem Aufruf das Pilotprojekt "Gemeinschaftliches Gärtnern" gestartet. Für unterschiedliche Personengruppen, Initiativen oder Institutionen werden dort Teilflächen zum Anbauen von Gartenbauerzeugnissen und Lebensmitteln bereitgestellt. Je nach Personenstärke der interessierten Gruppen, können Einzelparzellen in unterschiedlicher Größe zwischen 100 und 400 qm gebildet werden. Da auf diesen Flächen das Gärtnern im Vordergrund steht, gelten andere Nutzungsregelungen als bei klassischen Kleingärten. Aktuell ist die dort zur Verfügung stehende Fläche noch nicht voll belegt. Interessierte können sich gerne direkt an das Garten- und Tiefbauamt unter der E-Mail-Adresse gut@stadt.freiburg.de wenden.

Folkmar

ID: 9.583 28.09.2022 21:39

Stimmt, es braucht mehr Kleingärten in Freiburg. Viele Anlagen haben Wartelisten. Das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt auch einfach besser und ist immer frisch.

Freibeuter

ID: 9.295 25.09.2022 19:53
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil... Ich kritisiere den Vorschlag, weil...

es braucht mehr Gartenflächen und zwar überall, es muss dringend entsiegelt werden, das ist im Sommer alles viel zu heiß. Aber den Wald sollte man dafür nicht opfern, denn die Hitze und Trockenheit setzen ihm sowieso schon arg zu. Es sollte auch nicht Garten gegen Wald ausgespielt werden, das Grüne sollte in einer Stadt wie Freiburg selbstverständlich die wichtigste Rolle spielen, denn ohne Bäume werden wir schlicht nicht überleben können.

Sehr_Gerne

ID: 9.311 25.09.2022 23:32

Für mehr Grün bin ich in jedem Fall. Und mehr Bäume in der Stadt sind super.
Das Problem ist, daß die Regio als Ganzes wächst. Da ist es aus meiner Sicht sinnvoller das Wachstum in Freiburg zu konzentrieren, anstelle noch mehr Ortsumgehungen (durch Wälder?) und Einfamilienhäuser im Umland zu bauen.