Laut und Lyrik Wiederaufnahme

Erstellt von Maya am 04.10.2022 um 15:46 Uhr
Kultur

Über 20 Jahre Gedichte, Prosastücke und Lieder auf Freiburger Bühnen: Das Sprechtheater-Ensemble laut & lyrik verleiht Jahr für Jahr einer Literaturgattung Klang, Rhythmus und Dynamik, die sonst häufig zwischen Buchdeckeln schlummert: Der Lyrik. In Sprechchören rauschen Wörter und Silben durch die Publikumsränge, Verse wandern von Sprecher*in zu Sprecher*in und gesprochene Rhythmen werden in Gruppen ebenso hin und her geworfen wie einzelne Darsteller*innen Gedichte in Soli verkörpern.
Um die Jahrtausendwende gegründet von Wilfried Vogel im Anschluss an das Deutsche Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hat sich das Ensemble über die Jahre hochgearbeitet bis ins Kleine Haus des Stadttheaters und das E-Werk – jährliche Programme mit bis zu acht Aufführungen und dazwischen immer wieder Auftritte bei Veranstaltungen der Stadt, bei Firmenevents oder privaten Feiern. Wie so vielen Institutionen der Kulturlandschaft hat die Pandemie uns zugesetzt, das Jubiläum musste ausfallen, seit 2019 hat es kein größeres Programm gegeben. Aber jetzt ist Zeit für einen Neuanfang, ein paar alte Gesichter für die Kontinuität, ein paar neue für den berühmten frischen Wind und eine neue Unabhängigkeit, eine neue Struktur, ein neues laut & lyrik.
Dafür brauchen wir die Unterstützung der Freiburger Stadtgesellschaft für Probenräume, Bühnen und eine neue, nachhaltige Organisation, die uns erlaubt, ein Programm zu erstellen und Nachwuchs in der Sprechkunst auszubilden.

Mein Vorschlag wäre...

„Denn bleiben ist nirgends,“ hat Rainer Maria Rilke einmal geschrieben, die Veränderung, das Neue, das ewige Wandeln sind Themen, die die Literatur und die Kunst schon beschäftigen, seit Menschen Zeichen in Höhlenwände kratzten. Manchmal gibt es Phasen, in denen dieser Wandel näher rückt, in denen sich auf einmal alles zu verändern scheint und manchmal sind das Zeiten, in denen man den Eindruck hat, etwas geht zu Ende.
"Alles wiederholt sich nur im Leben, ewig jung ist nur die Fantasie" - Schiller wusste es einmal wieder. Hier setzen wir an: Das neue Programm von laut & lyrik widmet sich dem Alten, dem Neuen, der Vergangenheit, der Zukunft, dem Gestern und Heute, den vorsichtigen Blicken in die Zukunft und den vielen Momenten, in denen das eine ins andere kippt. Wir stellen alte Texte neuen gegenüber und entdecken auf einmal Parallelen, wir suchen nach den Texten, die einmal aktuell waren und fragen, was sie uns jetzt sagen können. Texte zerfallen im Prozess und ordnen sich neu, gehen ineinander über, vermischen sich mit anderen und spiegeln so die stetige Wiederkehr der Sorgen, der Hoffnungen und der Gedanken, die sich Menschen in Literatur machen. So möchten wir Freiburg mit Unbekanntem und Bewusstem neu konfrontieren und auch dazu anregen, dass hier aktive Erinnerungskultur stattfindet, die Liebe zur Literatur gefördert wird und Freiburg sich wieder mit seinem geschätzten Sprechtheaterensemble überregional rühmen kann.

Kommentare (3)

Reini

ID: 10.930 06.10.2022 13:46

Gerne unterstütze ich den Vorschlag, weil ich die Arbeit von Laut & Lyrik sehr schätze und fest davon überzeugt bin, dass wir Kunst und Kultur dringend brauchen auch um Ängste vor Veränderungen zu nehmen und die dringend notwendige sozial-ökologische Transformation zu schaffen.
Kunst und Kultur sind Kraftquellen, die wir uns als Gesellschaft erhalten müssen, gerade auch in schwierigen Zeiten.

RaulMalory

ID: 10.633 05.10.2022 12:28
Ich unterstütze den Vorschlag und finde, er sollte beim Dialog-Treffen diskutiert werden, weil...

wichtig & richtig

Benkinsky

ID: 10.592 05.10.2022 10:04

Kultur im Generellen und Theater im Speziellen sind bringen die Menschen dazu, sich mit Themen und Eindrücken zu Beschäftigen. Ich unterstütze den Vorschlag zur Wiederaufnahme von Laut & Lyrik